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Prabuty: Eine Reise ins Mittelalter
16.07.09 - 22:00 Uhr
Unsere heutige Reise führt nach Prabuty im Tal der unteren Weichsel. Der Landstrich wird in Polen heute Powiśle genannt wird. Hier in der Stadt, welche zum Landkreis Kwidzyn gehört, findet man zahlreiche Spuren aus der Vergangenheit. Aus verschiedenen Jahrhunderten sind noch sehenswerte Bauwerke vorhanden. Das sehenswerteste Gotteshaus ist die gotische Konkathedrale Hl. Andreas, welche 1310 bis 1330 gebaut wurde. Die Geschichte der Stadt geht aber noch weiter zurück. Einst befand sich hier am Liwieniec-See eine Siedlung und eine Burg des pruzzischen Stammes der Pomesanien. Deren Burg Reizija wurde von den Kreuzritter im Jahre 1236 zerstört.
Im Jahre 1249 übernahmen die Bischöfe von Pomesanien die Verwaltung in dem Gebiet. Von 1267 bis 1277 entstand hier eine gemauerte Burg "Risenburg castro nostro", welche zum Sitz des Bischofs Bischof Albert wurde. Neben dieser Burg entstand eine Siedlung, aus welcher im Jahre 1330 die Stadt Riesenburg entstand. Diese gründete man nach dem Kulmer Stadtrecht. Im gleichen Jahr begann der Bau des Rathauses.
Die Stadt war wie alle mittelalterlichen Städte mit einer Mauer versehen und der Zugang in die Stadt erfolgte durch Tore. Das Marienwerder Tor ist heute noch vorhanden und wird jetzt Kwidzyner Tor genannt. Teild der Stadtmauern kann man auch noch besichtigen.
Nach dem Ende der Vorherrschaft des Deutschen Ordens trat die Stadt im Jahre 1450 dem Preußischer Bund bei. Kraft der Festlegungen beim II. Thorner Frieden von 1466 blieben die Bischöfe von Pomesanien weiter die Verwalter der Stadt.
Von 1501 bis 1525 war Riesenburg die Hauptstadt des Bistums Pomesanien. Durch die Kriege im 15. und 16. Jahrhundert wurde die Burg zerstört und verfiel.
Als die Reformationszeit anbrach wurde die Konkathedrale von den Protestanten genutzt. Die katholischen Polen bekamen die kleine gotische Kirche im Stadtzentrum, welche deshalb auch "polnische Kirche" genannt wurde.
Fortschrittlich war auch der Bau der städtischen Wasserleitung, welche im Jahre 1726 begann und 1753 abgeschlossen war. Der Wassertum überlebte die Wirren des zweiten Weltkrieges nicht. Auch die Konkathedrale wurde zum Kriegsende zerstört. Die Soldaten der Roten Armee brannten diese ab, ebenso etwa 90 prozent des Stadtzentrums. Die gotische Konkathedrale bauten die Polen von 1980 bis 1983 wieder auf.
Auf der Internetseite www.riesenburg.com.pl findet man interessante historische Stadtansichten. Die Seite ist in polnischer Sprache, aber über die Navigation links kommt man zu den Bauwerken und damit zu den Bildern. Auch auf der Internetseite der Stadtverwaltung findet man einige Fotos.
Und hier finden Sie einen Stadtplan.
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