Hansestädte in Polen - Vergangenheit und Gegenwart
Die Hanse, anfangs nur eine Vereinigung niederländischer Reisekaufleute, bestand von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Mit der Hanse wurden die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen der Händler im Ausland vertreten. In diesem Bund schlossen sich 70 große und über 100 kleinere Städte zusammen.
Heute liegen diese Städte in sieben Ländern. Die Hanse reichte vom niederländischen Zuidersee im Westen bis ins baltische Estland im Norden und das ferne Nowgorod im Osten. Die südliche Grenze war eine Linie, die von Köln über Erfurt, Wrocław (einst Breslau) und Kraków (einst Krakau) führt.
Mit dem Erstarken der Produzenten und Händler in den Zielstaaten im 16. Jahrhundert schwand der Einfluß des mächtigen Hanse-Bundes. Mit dem Verkauf des Osterling-Hauses in Antwerpen im Jahre 1863, dem letzten Hansekontor, war das Ende der Hanse praktisch besiegelt.
Heute gibt es die Hanse wieder. Aber nicht als Verband der Händler, sondern als Zusammenschluß der alten Hansestädte. Eines der Ziele ist, das Interesse für die alte Hansetraditionen zu wecken und so den Hansetourismus zu fördern. Jährlich werden in einer anderen Stadt Hansetage veranstaltet, wo die Städte dieses Bundes vertreten sind.
So neu ist diese Idee nicht, denn bereits im Mittelalter gab es den Brauch jährlich Hansetage zu veranstalten und so den Handel zu beleben.
Im heutigen Polen gibt es 24 Städte, die sich zur Hansegeschichte bekennen. 19 von denen gehören dem Städtebund der Neuen Hanse an. Etwas besonderes ist die Grenzstadt Słubice an der Oder. Słubice gab es damals noch nicht. Die heutige Stadt östlich der Oder war damals die Vorstadt von Frankfurt. Beide Städte sind heute partnerschaftlich eng verbunden. Im Jahre 2003, dem Jahr des 750. Bestehens von Frankfurt an der Oder war Słubice Mitveranstalter des Hansetages.
Eng mit der Entwicklung der Hansestädte verbunden sind die beim Bau vieler Gebäude genutzten Backsteinziegel. Die Kirchen, Bürgerhäuser sowie andere Bauwerke überstanden die Jahrhunderte und sind noch heute lebendige Zeugnisse des Könnens der einstigen Baumeister im mehreren europäischen Ländern. Der Verein Europäische Route der Backsteingotik e.V. präsentiert unter anderem auch Städte mit sehenswerter Backstein-Architektur im heutigen Polen.
Diese Präsentation ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hansestädte und unserer Internet-Zeitung www.urlaubsland-polen.info und wird zukünftig noch weiter ausgebaut.