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| Polnische Hansestädte - Detailseite |
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| Hansestadt Gdańsk |
Gdańsk (einst Danzig) ist die bekannteste Hansestadt im heutigen Polen. In kaum einer anderen Stadt findet man so viele Zeugnisse für die Zugehörigkeit zu diesem mächtigen Städtebund des Mittelalters. Danzig war eine sehr reiche Stadt und das spürt man noch heute. Neben den Bauwerken erinnert eine alte Tradition an den Handel zur damaligen Zeit. Der "Dominikanische Jahrmarkt" lockt jährlich im Sommer tausende Gäste in die Gassen der Rechtstadt. Es wird wie danals gehandelt und um dem Preis gefeilscht.
Die Stadt wurde im Jahre 1343 gegründet und war 1361 schon Vollmitglied des Hansebundes.
Durch die Entstehungsgeschichte Danzigs unterscheidet sich die Stadt von den polnischen Städten. Man findet hier keinen quadratischen Marktplatz als Mittelpunkt des Stadtzentrums, sondern einen so genannten Langen Markt. Nur zwei weitere Städte im Norden von Polen haben eine ähnliche Struktur: Elbląg und Pasłęk.
Schlendert man vom Hauptbahnhof kommend über den Targ Węglowy (Kohlenmarkt) führt der Weg durch das Langgassertor (auch Goldenes Tor, Złota Brama genannt). Zu Gründungszeiten der Stadt stand hier ein gotisches. Dieses, welches wir heute sehen, entstand 1612 bis 1614 und hat den Stil des niederländischen Manierismus.
Das ist der Anfang der Danziger Rechtstadt (auf polnisch Główne Miasto). Diese stellt den ältesten Teil von Danzig dar.
Weiter geht es durch die Lange Gasse mit den schmalen, für die Hansestädte so typischen Häusern. Hier wohnten reiche Patrizier und Kaufleute. Am Ende der Langen Gasse schließt sich der Lange Markt an.
Hier finden wir links das Rechtstädtische Rathaus. Der Turm, den man besteigen kann, wurde von 1486 bis 1488 von Heinrich Hetzel gebaut. Darin sind das Uhrwerk und ein 14stimmiges Carillon untergebracht. Der Klang dieses Konzertcarillon ist hier oft zu hören.
Neben dem Rathaus schließt sich der Artushof an, welcher - wie in großen Hansestädten üblich - der Treffpunkt der gesellschaftlichen Oberschicht war. Vor dem Artushof steht der bekannte Neptunbrunnen.
Geht man auf dem Langen Markt weiter, sieht man rechts und links weitere Bürgerhäuser der reichen Danziger Patrizier. Nach wenigen Schritten erreichen Sie das Grüne Tor (Brama Zielona), in welchem übrigens der frühere polnische Staatspräsident Lech Wałęsa sein heutiges Büro hat. Das Grüne Tor wurde von 1564 bis 1568 im Stile des flämischen Manierismus erbaut. Zuvor stand hier das gotische Koggentor.
Nach dem Tor erreicht man den Fluss Motława (Mottlau), über den eine Brücke führt. Wir gehen aber vor der Brücke nach links und kommen nach einigen Schritten zum nächsten Stadttor, dem Krantor. Auf der anderen Seite des flusses sehen wird das Schifffahrtsmuseum mit dem Schiff Sołdek davor. Rechts daneben befindet sich die Marina, vor Sportboote vor Anker liegen. Das abgesperrte Gelände auf der gegenüberliegenden Seite der Motława wartet noch auf die Erforschung durch die Restauratoren.
Vom Krantor gehen wir wieder etwas zurück und gelangen über das Frauentor und die Frauengasse. Auch hier stehen die Patrizierhäuser. Jetzt sehen schon die Danziger Marienkirche, die größte Backsteinkirche der Welt. Darin befand sich das berühmte Triptychon „Das jüngste Gericht“ des Brügger Malers Hans Memling. Der Altar hat in seiner langen Geschichte eine Reise durch Europa hinter sich. Seit 1956 findet man es im Danziger Nationalmuseum.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Große Zeughaus, aber auch die Kirche St.-Katharinen (Św. Katarzyny). Hier befindet sich das zweite Konzertcarillon der Hansestadt und das Museum der Kirchturmuhren.
Auf der Tour durch die Rechtstadt haben wir nur einen Bruchteil der sehenswerten Objekte von Gdańsk kennengelernt. |



Blick auf den Langen Markt und das Rechtstädtische Rathaus. Foto: Maik Veit
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Geschichte der Stadt |
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Die Besiedlung der Gebietes der heutigen Stadt Gdańsk begann schon recht früh. Hier an der Mündung der Weichsel (Wisła) waren schon die Goten ansässig, welche im Jahre 200 Richtung Süden weiterwanderten. Aber auch baltische Stämme könnten in der Region gewesen sein. Im 6. Jahrhundert begannen slawische Stämme die Ostseeküste zu besiedeln.
Im 12. Jahrhundert begann die Dynastie der Greifen Westpommern zu übernehmen. Aber in der hiesigen Region hatten die Pomerellenfürsten die Vormacht. Die zunehmende Christianisierung lies ganz in der Nähe das Kloster Oliva (poln. Oliwa) entstehen. Es wurde 1185 von Herzog Sobieslaw I. gegründet und durch die Zisterzienser bewirtschaftet. Oliwa ist heute ein Stadtteil von Gdańsk.
An der Mottlau entstand eine deutsche Kaufmannssiedlung, die im Jahre 1224 vom ostpommerschen Herzog Swantopolk II. einen Status nach Lübischen Recht bekam. 1295 unter dem polnischen König Przemyslaw II. bekam die Siedlung Magdeburger Recht. Der Deutsche Ritterorden, der 1309 seinen Hauptsitz in Malbork aufbaute, übten seinen Einfluss auch hier aus. Als Stadt wurde Danzig im Jahre 1343 deshalb nach Kulmer Recht gegründet.
Durch den Handel und das Handwerk wurde die Stadt immer reicher und mächtiger. Danzig trat im Jahre 1361 als Vollmitglied dem Hansbund bei und blieb es bis zur Auflösung der Hanse im Jahre 1669.
Im Lauf der Geschichte, wo nach dem Zweiten Thorner Frieden die Ländereien neu aufgeteilt wurden, bekam Danzig den Charakter einer Freien Stadt. Die Rang musste die Stadt immer wieder verteidigen. Besonders im Jahre 1569 nach der Lubliner Union drohte Danzig der Verlust der Freiheit, überstand es aber ohne Veränderungen.
Nach der Zweiten Polnischen Teilung (1792) gehörte Danzig zu Preußen und verlor teilweise seine Autonomie. 1815 machte man Danzig zur Hauptstadt von Ostpreußen. 1852 wurde Danzig an die Bahnstrecke von Berlin nach Königsberg angeschlossen.
Als 1919 mit dem Vertrag von Versailles die Gebiete westlich von Danzig an Polen fielen, war die Stadt defakto vom Deutschen Reich getrennt und am 15. November 1920 erneut zur Freien Stadt Danzig erklärt. In der Stadt war die Bevölkerung gemischt. Deutsche, Polen und Kaschuben lebten einträchtig zusammen.
Diese Trennung jedoch war einer der Vorwände, die Deutschen gegen die Polen aufzuhetzen und im Jahre 1933 den Zweiten Weltkrieg zu beginnen. Im Krieg wurden viele Gebäude zerstört.
Als Danzig nach dem Krieg Polen zugesprochen wurde, bekam die Stadt den Namen Gdańsk. Die Rechtstadt und andere Denkmäler wurden wieder aufgebaut, so dass wir heute eine Stadt voller Geschichte vorfinden.
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| Quelle: money.pl |
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