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Poznań
Poznań (Posen), im westlichen Teil Polens an der Warthe gelegen, ist die historische Hauptstadt der Woiwodschaft Großpolen (poln. Wielkopolska). Poznan ist ein Zentrum von Industrie, Handel sowie Forschung und gehört zu den kulturellen Mittelpunkten Polens. Die Universitäts- und Messestadt ist zudem auf halbem Wege zwischen Warschau und Berlin gelegen.
Es ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in Westenpolen. Hier verlaufen die mautpflichtige Autobahn A2 und Fernstraße 92 von der deutschen zur weißrussische Grenze über Warschau. Ferner befindet sich in Poznań ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt mit Verbindungen nach Berlin, Warschau-Mińsk-Moskau, Wrocław und Stettin. Bei Poznań befindet sich ein internationaler Flughafen mit direkten Verbindungen unter anderem nach Warszawa, München und Frankfurt am Main.
Poznań ist eine der ältesten Städte Polens. Die Lage beidseits der Warta, an den Handelspfaden zwischen Ost- und Westeuropa, ermöglichte der Stadt Poznań eine stetige Entwicklung. Diese Lage erzwang auch ein stetes investieren, denn die Stadt wurde oft von der Warta (dt. Warthe) überflutet. Erstmals wird Poznań in der Thietmarchronik im Jahre 1005 erwähnt. Daraus und aus polnischen Überlieferungen geht hervor, dass Posen eine der wichtigsten Städte im Staate vom Mieszko I. und Boleslaus des Kühnen (Boles?aw Chrobry) war. Unweit von Poznan in Gniezno war auch die erste richtige Hauptstadt Polens, verlor jedoch diesen Rang zu Gunsten Krakaus vor etwa 950 Jahren.
Im 16. Jahrhundert blühte die Stadt auf und wurde eines der wichtigsten Handelszentren des damaligen polnischen Staates. In den Jahren 1550 bis 1560 baute der italienische Baumeister Gianbattista Quadro, der später auch das Warschauer Königsschloss neu entwarf, das Poznaner Rathaus um. Dieser Bau ist bis heute eines der Wahrzeichen der Stadt. Im Zuge der Zweiten Polnischen Teilung besetzten preußische Truppen am 30. Januar 1793 Posen. In der folgenden Zeit lieferten sich die Polen in der Region einen wirtschaftlichen und politischen Wettlauf mit den Deutschen. Seit der Zeit übernahmen sie so viele Preußische Tugenden, dass man in Polen über die Großpolen scherzhaft "Polnische Preußen" sagt.
Sowohl die Polen, als auch die Deutschen investierten in der Stadt und erschufen imposante Institutionen. Im 19. Jahrhundert wurden einige bedeutsame und zweckmäßige Bauten errichtet, zum Beispiel die Raczyński-Bibliothek (1829), das polnische Gewerbehaus und das Hotel „Bazar“ (1841), sowie die „Gesellschaft der Freunde der Wissenschaften“ (1857) und das polnische Stadttheater (1875). Maßgeblich für die Industrialisierung wurde insbesonders die Maschinenfabrik von Hipolit Cegielski.
Nachdem 1902 die zu Anfang des 19. Jahrhunderts errichteten preußischen Befestigungen abgerissen wurden, konnte Joseph Stübben, einer der bekanntesten deutschen Stadtplaner seiner Zeit, ein repräsentatives Stadtviertel entwerfen. Nach dessen Plänen wurde in den folgenden Jahren eine Reihe öffentlicher Gebäude in verschiedenen Baustilen realisiert: die Königlich Preußische Akademie (heute Collegium Minus der Posener Universität), das Kaiserschloss und die Oper (1910).
Die Spannungen erreichten ihren Höhepunkt in dem bestens organisierten und relativ zivilisiert durchgeführten Aufstand der polnischer Nationalisten vom 27. Dezember 1918, der sich von der Stadt Posen aus auf die Provinz ausdehnte und sein Ziel erreichte: Posen und weite Teile der preußischen Provinz Posen wurden im Zuge des Versailler Vertrages dem neu errichteten polnischen Staat angegliedert.
Ab dem Jahre 1921 finden die Posener Handelsmessen statt und sind meist eines der wichtigsten Gründe um Poznań zu besuchen. Viele Besucher kommen in die Stadt rein Geschäftlich zu einer der 40 Fachmessen im Jahr. Ein weiterer Grund nach Poznań zu fahren sind auch die vielen Sportveranstaltungen, vor allem die Regattas auf dem mitten in der Stadt gelegenem Malta-See.
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