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Kaschubei
Die Kaschubei umfaßt nicht nur den Küstenabschnitt nordwestlich von Gdansk, sondern auch im Landesinneren ein reizvolles Seengebiet und hügeliges Land, die Kaschubische Schweiz, auf polnisch Pobrzeze Kaszubskie und Szwajcaria Kaszubska genannt. Das typische Moränengebiet mit steilen eiszeitlichen Hügeln von bis zu 200 Metern und rund 250 Seen gilt als eines der größten polnischen Waldgebiete.
Etwa 200.000 Kaschuben leben in der Region und sprechen eine in Polen offiziell anerkannte Fremdsprache, die aus dem Polnischen entstammt, jedoch mit vielen deutschen Begriffen versetzt ist. In punkto Verständlichkeit versteht ein Pole vom echten Kaszëbe eben so viel, wie ein Hamburger vom Schweizer Deutsch.
Dank der rechtlichen Stellung und des regionalen Stolzes werden Sie in vielen Gegenden zweisprachige Wegweiser vorfinden und im Radio kaszubischsprachige Sender hören können. Berühmt sind Töpferarbeiten und Stickereien im charakteristischen Blau mit Blütenmustern.
Im kaschubischen Museum in Kartuzy (Karthaus) wird das traditionelle Kunsthandwerk vorgestellt. Am Rande der mit 15.000 Einwohnern größten Stadt in der Kaschubischen Schweiz lohnt ein Besuch des ehemaligen Klosters mit einer Kirche aus dem 14. Jahrhundert. In dem kleinen Ort Wdzydze Kiszewskie finden Sie ein Freilichtmuseum mit alten kaschubischen Holzhäusern. Dort wird über die Lebensweise dieser Volksgruppe informiert.
In Kluki trifft man im Freilichtmuseum auf die Spuren der letzten slawischen Urbewohner dieses Landes. In abgelegensten Winkeln des deutschsprachigen Pommerns lebend, konnten die geheimnisvollen Slovinzer ihre slawische Identität bis ins 20. Jahrhundert bewahren.
Auf der ehemaligen Burg des Deutschen Ordens in Bytow (Bütow) gibt es ebenfalls ein kaschubisches Museum, das aber eher für sein gutes Essen bekant ist.
Ein Teil der um 1400 erbauten Burg wird als Hotel genutzt. Die gesamte Region ist sehr dünn besiedelt. Kleine Alleen mit wenig Verkehr führen durch gepflegte Dörfer und vorbei an alten Gehöften. Und immer wieder tauchen größere und kleinere Seen inmitten der Wälder auf, die meisten mit sehr klarem Wasser.
Auch in der Hochsaison ist es nicht schwer, irgendwo ein ruhiges Plätzchen zum Baden zu finden. Viele Seen sind durch Flüsse und Kanäle miteinander verbunden und erlauben längere Wasserwanderungen mit dem Kajak. Bekannteste Wanderung ist die "Pętla Raduni" - die Radauneschleife.
Im Norden der Kaschubei, an der Ostseeküste finden Sie die größten Wanderdünen Europas. Die größte von denen ist die Anhöhe Czolpinska Góra, welche heute durch einen Wald bewachsen ist. Sie befindet sich in der Nähe der Orte Smoldzino und Kluki, mitten im Herzen des Slowinski Nationalparks.
Der vom Wind weggetragene Sand lagert sich anderswo ab, bedeckt Wälder, Siedlungen und Sümpfe. Gleichzeitig legt er abgestorbene Wälder und Reste von alten Dünen frei, die im Laufe der Zeit wieder zuwachsen.
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