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Ermland und Masuren
Ermland und Masuren sind zwei kulturgeschichtlich unterschiedliche Landstriche, die heute zu einer Verwaltungseinheit verschmolzen sind. Das Ermland war von polnischen Bischöfen verwaltet und daher in der Vergangenheit katholisch geprägt, während die Menschen in den Masuren Protestanten waren.
Für das Ermland typisch sind die vielen Burgen des deutschen Ordens, von denen viel sehr gut erhalten sind. Denkmäler an diese Zeit gibt es reichlich. In Grunwald, wo im Jahre 1410 das Heer des deutschen Ordens von polnisch-litauischen Truppen vernichtetend geschlagen wurde, findet jährlich eine Nachstellung der Schlacht statt.
Jeder hat bestimmt schon von der Marienburg in Malbork gehört. Diese ist ein absoluter Anziehungspunkt für Touristen aus aller Welt.
Ebenfalls sehr gut erhalten sind Bischofspaläste, wie der in Lidzbark Warminski sowie zahlreiche Herrenhäuser und Landsitze des Adels.
Masuren (poln. Mazury) ist eine Landschaft in Nordpolen. Der inoffizielle Name Masurenland kam im 18. Jahrhundert auf. Da der größte Teil der polnisch sprechenden Bevölkerung in dieser Landschaft ursprünglich Masowier aus Polen waren, bürgerte sich dann die Bezeichnung Masuren ein.
In den Masuren befindet sich die größte Seenlandschaft Polens. Vor dem 2. Weltkrieg gehörte die Region zum südlichen Ostpreußen. Bekanntestes Gebiet ist die Landschaft der Großen Masurischen Seen mit dem Nidzkie See im Süden und dem Mamry See im Norden.
Insgesamt gibt es in Masuren etwa 3.000 Seen. Trotzdem hat sich der Begriff "Land der 1000 Seen" eingebürgert. Die Landschaft Masurens ist ein Produkt der Eiszeit. Noch vor vierzehntausend Jahren war das Land von Eismassen überzogen.
Heute faszinieren die von Feldern durchzogene Moränenhügel, von Bäumen umgebene Senken der Seen, kleine Ortschaften und Burgen in den Städten die Urlauber aus aller Welt.
Masuren sind reich an Wäldern. Eine Vielfalt von Waldarten und Biotopen lässt keine Langeweile aufkommen. Die Seen sind fischreich und sauber zugleich. Lassen Sie sich vom Duft des Natur betören. Wenn Sie zu den Fischern gute Kontakte knüpfen, können auch Sie am traditionellen Fischfang im Morgengrauen teilnehmen.
Auch lokale Imker werden erfreut sein, wenn Sie für dessen Hobby Interesse zeigen. In Polen laden viele Bauern die Urlauber zum Mithelfen ein.
In den Masuren nisten im Sommer eine Vielzahl von Weißstörchen und ziehen ihren Nachwuchs auf. Auch einige der seltenen und scheuen Schwarzstörche sind hier zu finden.
Im 13. Jahrhundert unterwarf der Deutsche Orden die baltisch-pruzzischen Stämme der Sudauer und Galinder und siedelte die Sudauer ins Samland um. Der Deutsche Orden wurde am 15. Juli 1410 bei Tannenberg (von der polnischen Seite standen die Truppen beim Dorf Grunwald) vernichtend geschlagen. Im 1. Thorner Frieden sprach man die Region aber wieder dem Deutschen Orden zu und wurde später Teil der preußischen Provinz Ostpreußen.
Die Bevölkerung setzte sich bis zu den Kriegen mit Schweden in der Mitte des 17 Jh. aus Altpreußen, masowischen und deutschen Kolonisten zusammen und sprach Deutsch, Polnisch und Pruzzisch.
Nach der Entvölkerung durch Kriege und Seuchen Mitte des 17. Jahrhunderts wurden durch die preussische Verwaltung überwiegend polnische Siedler aus Masowien und später auch aus Russland geholt. Diese sprachen lange Zeit polnisch in der Art des 16. Jahrhundets, doch vom Beginn des 20. Jahrhundert ging man im Zuge des Kulturkampfes immer mehr zur deutschen Sprache über.
Die Geschichte verschonte dieses Land nicht. Während des ersten Weltkrieges fanden hier die Schlacht bei Tannenberg (26. bis 31. August 1914), die Schlacht an den Masurischen Seen (6. bis 14. September 1914) und sowie die Winterschlacht (7. bis 27. Februar 1915) statt. Nach dem Ende des Krieges erhob Polen Ansprüche auf die Masuren.
In der Volksabstimmung, die aufgrund der Vertragsbestimmungen von Versailles abgehalten wurde, entschied sich am 11. Juli 1920 die Mehrheit der Bevölkerung (97,5%) für den Verbleib bei Ostpreußen.
Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehören die Masuren zu Polen und bilden heute zusammen mit dem Ermland die Woiwodschaft Ermland-Masuren (polnisch Warminsko-Mazurskie).
Die Region ist auch neben Oberschlesien (in der Wojewodschaft Opolskie im Süden von Polen) die Heimat der größten ethnischen Minderheit Polens, den Polendeutschen.
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