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Żuławy Wiślane (Weichsel-Werder) und Kociewie
1 Żuławy Wiślane
Das Weichsel-Delta, Żuławy Wiślane genannt, bildet den geografisch jüngsten Landstrich in Polen. Die westliche Grenze ist die Ostpommersche Seenplatte und im Osten wird es von der Elbinger Niederung begrenzt. Den höchsten Punkt der Region findet man bei Gniew (11 m. ü.N.N.) und der niedrigste Punkt mit 1,80 m unter N.N. liegt bei Rączki Elblaskie, südwestlich von Elbląg.
Entstanden ist Żuławy durch das Anschwemmungen in der früheren Bucht. Der Prozeß begann vo etwa 6000 Jahren und dauert bis heute noch an. Die Fläche wird auf 2500 km2 geschätzt. Die Höhe der Anschwemmungen beträgt zwischen 30 und 40 Meter.
Durch das ebene Relief erscheint die Landschaft eintönig. Durch Baumalleen und die vielen Bäche, Flüsse und Kanäle wird das Landschaftsbild aufgelockert. In der Nähe der Weichsel-Nehrung ist eine Küstendüne zu finden.
Durch die besondere Nähe zur Ostsee fegt der Wind über dieses flache Land. Die Sommer sind kühl und im Winter gibt es ein mildes Klima. Außerdem herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, starke Winde (weshalb früher auch viele Windmühlen hier standen) und 60 Tage im Jahr liegt hier Schnee.
Die Zulawy haben das dichteste Flussnetz in Polen, welche teils natürlich und teilweise künstlich ist. Kanäle sollen das Oberflächenwasser abführen und die Felder trocken legen. Das Wassernetz zählt etwa 3500 Kanäle und 11000 Meliorationsgräben. Im Weichseldelta liegt der See Druzno, welcher ein Teil des früheren Haffs ist und durch Anschwemmungen der Flüsse entstand. Folgende Flüsse sind erwähnenswert: Weichsel, Nogat, Szkarpawa, Motlawa und Leniwka. In Żuławy rasten viele Vogelarten auf ihrem Flug vom oder in den Süden.
Um zu verhindern, dass der Wind das Wasser der Ostsee flußaufwärts in die trockengelegten Flächen zurückdrückt, wurden Schleusen errichtet. Mancherorts findet man auch Pumpwerke, mit welchen man dem Wasser Herr wurde.
Vom Turm der Marienburg in Malbork hat man einen phantastischen Blick auf den malerischen Landstrich des Weichseldeltas bis zum Bernsteinstrand der Ostsee. Man kann so weit blicken, dass man sieht, wie Himmel und Erde sich berühren.
Die Region hat viele Kulturdenkmäler aufzuweisen. Die aus Holland zugezogenen Mennoniten hinterliesen eine reiche Kultur mit fremdartigen Bräuchen. Typisch für sie sind die noch erhaltenen Vorlaubenhäuser. Man findet aber auch alte Gehöfte, sakrale Architektur, Haus- und Wegesrandkapellen, mennonitische Friedhöfe, niederländische Häuser und Windmühlen.
Die zum Teil gepflasterten Dorfstraßen mit langen Baumalleen sind für ausgibige Radtouren bestens geeignet. Hier herrscht kaum Verkehr.
2 Kociewie
Mit Kociewie wird eine ethnisch-kulturelle Region westlich der Weichsel bezeichnet. Sie beginnt im Norden im Landkreis Tczew, verläuft im Landkreis Starogard Gdański bis zum östlichen Teil von Bory Tucholski bei den Flußgebieten von Wierzyca und Wda. Beide Flüsse münden in die Wisła (Weichsel). Südlich begrenzt wird Kociewie von der Stadt und dem Landkreis Świecie (Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie) und grenzt damit an das Kulmer Land an.
Ähnlich wie die wesentlich bekanntere Kaschubei findet man in der Region Kociewie eine leicht hügelige Landschaft vor, in welche über 200 Seen eingebettet sind. Geografisch betrachtet gehören zur Region die Seenplatte rund um Starogard, ein Teil der Hochebene von Świecie und ein kleines Stück von Bory Tucholskie (Tucheler Heide).
Die touristische Infrastruktur ist hier noch nicht so kommerzialisiert wie in anderen Landesteilen. Es gibt kaum Urlauberhotels. Zunehmend entwickelt sich aber ein Netz von Angebote für Urlaub auf dem Land. Die kleinen agrotouristischen Unterkünfte sind einerseits preiswert und zum anderen gut für Familien mit Kindern geeignet.
Die Ruhe auf dem Land, verbunden mit einer phantastischen Natur bieten Möglichkeiten, zur aktiven Erholung. Wanderungen zu Fuß oder auf dem Wasser, Waldspaziergänge (im Herbst ein Paradies für Pilzsammler) sowie vereinzelte Angebote für Reiter sind nur einige der Möglichkeiten.
Wer hier seinen Urlaub verbringt hat die Möglichkeit, in Tagesausflügen andere Regionen zu erkunden. Nicht weit ist es bis in die Region Żuławy Wiślane (Weichseldelta) sowie das westliche Ermland (einst das Land der Kreuzritter, die Marienburg in Malbork ist nicht weit entfernt).
Sehenswert sind auch die Städte Gniew und Kwidzyn mit ihren Kreuzritterburgen, sowie die Städte Grudziądz und Chełmno. Alle diese Orte haben eine mittelalterliche Bausubstanz in der Altstadt vorzuweisen.
Im Landkreis Tczew befindet sich die Stadt Pelplin, welche für ihre Kathedrale und das Museum mit einer originalen Gutenberg-Bibel bekannt ist.
Richtung Westen kann der Nationalpark Bory Tucholskie ein lohnenswertes Ausflugsziel sein.
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