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Der Landkreis Hajnówka befindet sich unmittelbar an der Grenze zur
Republik Belarus in der Woiwodschaft Podlasie, welche im nordöstlichen
Teil von Polen liegt. Wegen der riesigen Waldgebiete und
Flusslandschaften wird der Landstrich auch als grüne Lunge von Polen
bezeichnet. Unter geomorphologischem Aspekt gehört der Landkreis zur
Bielska-Ebene, welche Teil der podlasie-weißrussischen Hochebene ist.
Die
Kreisstadt Hajnówka ist etwa 60 Kilometer südlich von der
Woiwodschafthauptstadt Białystok gelegen. Der Landkreis umfasst neun
Gemeinden: Białowieża, Czeremcha, Czyże, Dubicze Cerkiewne, Hajnówka
(Gemeinde), Hajnówka (Stadt), Kleszczele (Stadt- und Landgemeinde),
Narew und Narewka.
Hajnówka wird nicht ohne Grund als Tor zum
Białowieża-Urwald bezeichnet. Durch ihre Lage ist die Stadt eine
hervorragende Ausgangsbasis, um den Białowieża Nationalpark zu erkunden. Erfahren Sie
mehr über die Sehenswürdigkeiten im Landkreis Hajnówka, Ausflugstipps,
Traditionen und die regionale Küche.
Im Osten des Landkreises
verläuft die Grenze zur Republik Belarus (Weißrussland). Für Fahrzeuge
gibt es den Grenzübergang in Połowce , mit der Bahn in Czeremcha
(Personen und Güter) und Siemianówka (nur Güter). In Białowieża gibt es
zwei Grenzübergänge für Fußgänger: Grudki/Piererow. Um beispielweise den
weißrussischen Teil des Nationalparks Białowieża zu besuchen, benötigt
man als EU-Bürger ein weißrussisches Visum, welches an besten bei
Reiseantritt schon vorhanden ist.
Der größte Reichtum der Region
ist der Białowieża-Urwald, welcher ein in Europa einmaliger Waldkomplex
ist, in welchem die größten Säugetiere des europäischen Festlandes
leben: die Wisente, welche in Polen Żubr heißen.
Die wertvollsten
Biotope werden im Białowieża-Nationalpark geschützt. Der Nationalpark
ist auf der Liste des Weltkulturerbes und Weltnaturerbes erfasst. Im
Jahre 2008 war die Region einer der beiden polnischen Kandidaten im
Wettbewerb um die „Neuen 7 Naturwunder“ in der Kategorie „Wälder,
Reservate und Naturparks“.
Im Nationalpark gibt es viel
Interessantes zu besichtigen: das moderne Wald- und Naturkundemuseum,
das Wisent-Schaureservat, das streng geschütze Naturreservat (nur mit
Fremdenführer möglich) sowie den Park rund um den Palast in Białowieża.
Durch
die hohe Natürlichkeit, die Geschlossenheit und die Ausdehnung des
Waldkomplexes sowie die vorhandene umfangreiche Flora und Fauna
unterscheidet sich der Białowieża-Urwald von allen anderen Waldgebieten
in Polen und Europa. Vor allem findet man hier unveränderte natürliche
Waldstrukturen mit einer großen Anzahl von unter Naturschutz stehendem
alten Baumbestand. Nicht zuletzt ist die Region auch wegen der großen
Anzahl von Säugetieren einzigartig. Unter natürlichen Bedingungen leben
hier Wisente, Hirsche, Elche, Rehe, Wildschweine, Wölfe und Luchse.
Für
Touristen gibt es hier im Białowieża-Urwald und seiner Umgebung
zahlreiche markierte Wanderwege, welche zur attraktiven Zielen führen.
Diese sind auch für Radfahrer geeignet (u.a. eine grenzüberschreitende
Route). Naturlehrpfade ergänzen das Angebot.
Unvergessliche
Erlebnisse bietet die durch den Urwald verlaufende Schmalspurbahn,
welche unter Denkmalschutz steht. Aber auch Ausritte zu Pferd oder
Fahrten mit der Kutsche sind hier empfehlenswert.
Reichhaltige
Flora und Fauna sowie die reine Natur sind für Liebhaber naturkundlicher
Exkursionen und Aktivtouristen die Hauptargumente, um den Landkreis
Hajnówka zu besuchen. Freunde des Wassersports, Angler und Ornithologen
finden an bzw. auf den Flüssen Narew und Narewka soe wie den Seen
Siemianówka, Bachmaty und Repczyce hervorragende Bedingungen vor.
Die
Region des Białowieża-Urwald ist auch unter multikulturellem Aspekt
interessant. Durch die wechselvolle polnische Geschichte mit sich
ständig verschobenen Grenzen und Verwaltungsgebilden sorgte in diesem
Landstrich für eine Vermischung der Nationalitäten. Im heutigen
Kreisgebiet von Hajnówka kann man verschiedene Kulturen antreffen:
polnische, weißrussische, ukrainische, litauische und russische.
Kriege,
Migrationen, Epidemien in der Vergangenheit und andere Ereignisse in
der Geschichte sorgten dafür, das sich im Laufe der Zeit die
Volksgruppen angepasst und die ethnografischen Besonderheiten
abgeschwächt haben. Das spürt man besonders bei der weißrussisch- und
ukrainischstämmigen Bevölkerungsgruppe. Wer zum erste mal die Region
Białowieża besucht, wird wegen dem singenden Klang der Mixtur aus
polnischen, weißrussischen und ukrainischen Dialekten überrascht sein.
Erstaunen
werden mit Sicherheit auch die vierarmigen Kreuze. Der Großteil der
hiesigen Bevölkerung gehört eine orthodoxen Religion an.
Durch
eben diese religiöse und ethnografische Vielfalt ist der Landkreis
Hajnówka ein ungewöhnlicher Ort. Hier trifft man noch immer auf lebendig
gehaltene Bräuche früherer Zeiten. Das spiegelt sich auch in der
volkstümlichen hölzernen Architektur wider.
Das Landschaftsbild
der Region des Białowieża-Urwaldes ist geprägt von hölzernen, aber auch
gemauerten sakralen Objekten, Wegesrandkapellen und Wegeskreuzen.
Sehenswert sind u.a. die aus dem 18. Jahrhundert stammende Kirche in
Narew sowie orthodoxe Gotteshäuser in großer Vielfalt der Stile und
Bauformen. Die ältesten findet man in Nowy Berezowo, Werstok, Narew,
Łosinka, Puchły, Stary Kornin, Lewkowo Stary und Białowieża.
Neuzeitliche Kirchen findet man in Hajnówka und Czyżki.
In vielen
Dörfern blieb die traditionelle hölzerne Bebauung und die ursprüngliche
Struktur der Gehöfte erhalten. In dieser Gegend kann man eine große
Vielfalt von hölzernen Elementen an den Gebäuden sehen, die man so in
keiner anderen polnischen Region findet. Beispiele findet man in den
Dörfern Trześcianka, Puchły und Soce (bekannt als Land der offenen
Fensterläden) sowie den Orten Dubicze Cerkiewne, Nowy Berezowo, Masiewo
und anderen.
Interessante Sehenswürdigkeiten für Touristen sind
auch die ethnografischen Freilichtmuseen (Skansen genannt) und andere
Museen, welche über einen reichen Fundus an kulturellem Erbe der Region
verfügen. Zum Beispiel das Museum und Zentrum der weißrussischen Kultur
in Hajnówka, das ethnografische Freilichtmuseum „Sioło Budy“ in Budy,
das Stefan-Gehöft in Nowe Berezowo, das ethnografische Freilichtmuseum
der hölzernen volkstümlichen Bauweise russischer Kultur in Podlasie in
Białowieża, das private Dorfmuseum in Narew, die Heimatstube „Ruta“ in
Skaryszewo sowie das Museum des Schmiede- und Schlosserhandwerks in
Hajnówka.
In der religiösen Kultur dieser Region, den gesungenen
Liedern sowie den Sitten und Gebräuchen finden sich alle
gesellschaftlichen Schichten der Bevölkerung wieder, sowohl
ethnografisch als auch konfessionell. Zu den wichtigen Veranstaltungen
der multikulturellen und einheimischen Folklore gehören beispielsweise
die Internationalen Tage der orthodoxen Kirchenmusik in Hajnówka (im
Mai), das Begegnungen der Orgel- und Kammermusik in Hajnówka (Juli bis
Oktober), das Musikfest weißrussischer Lieder, die Folkloreveranstaltung
„Kupały-Nacht“ in Białowieża, Narewka und Dubicze Cerkiewne (Juli)
sowie das Folkloretreffen „Z wiejskiego podwórza” (Aus dem dörflichen
Hinterhof) in Czeremcha (im Juni).
Tourismusinformation
CENTRUM TURYSTYKI REGIONU PUSZCZY BIAŁOWIESKIEJ
ul. 3 Maja 45
17-200 Hajnówka
Telefon: 0048 85 682 43 81
Öffnungszeiten: September bis April: Mo.-Fr. 7.30 bis 15.30 Uhr Mai bis August: Mo.-Sa. 9.00 bis 17.00 Uhr
Internet: www.powiat.hajnowka.pl
eMail: turystyka(@)powiat.hajnowka.pl
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