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Der Landkreis Nowy Dwór Gdanski befindet sich im nordöstlichsten Teil
der Wojewodschaft Pomorskie und gehört zur geografischen Subregion
Żulawy (Weichseldelta) und Mierzeja Wiślana (Weichselnehrung). Ein
großer Teil des Landkreises befindet sich unterhalb des Meeresspiegels.
Begrenzt wird der Landkreis im Osten von der Wysoczyzna Elbląska
(Elbinger Höhe, in manchen Quellen auch Trunzer Berge genannt). Im
Westen und Süden grenzen die Seenplatten der Kaschubei und Iława an. Die
Grenze des Landkreises dort ist aber der Fluß Wisła (Weichsel). Dieser
Fluß ist auch verantwortlich für die Entstehung seines Mündungsdeltas.
In Tausenden von Jahren wurden von der Strömung mitgeführte Bestandteile
in den Nebenarmen abgelagert.
Die Kreisstadt Nowy Dwór Gdański
befindet sich etwa 40 Kilometer von der Metropole Gdańsk entfernt. Der
Landkreis setzt sich aus den Städten Nowy Dwór Gdański (mit
gleichnamiger Gemeinde), Krynica Morska sowie den Gemeinden Ostaszewo,
Stegna und Sztutowo zusammen.
Die Region um Nowy Dwór Gdański
besitzt ein spezifisches und natürliches Mikroklima. Hier gibt es die
meisten sonnigen Tage an der polnischen Ostseeküste, was bewirkt, dass
das Wasser an den langen Stränden wärmer ist, als an anderen Stränden
der polnischen Ostseeküste. Hier findet man auch das "Gold des Nordens",
den Bernstein.
Das ganze Jahr über sind auch die Wälder des Naturschutzgebietes "Mierzeja Wiślana" eine touristische Attraktion.
Freunde
des Wassersports finden auf den zahlreichen Flüssen und Kanälen
vielfältige Möglichkeiten, um ihren Hobby nachzugehen. Besonders ist die
Wasserwanderroute von Gdansk zum Zalew Wiślany (Weichsel-Haff) zu
erwähnen. Über den Arm des Flusses Tuga kommt man direkt nach Nowy Dwór
Gdański. Überall trifft man dabei auf Denkmäler der Technikgeschichte.
Von der Weichsel aus gelangt man über die Schleuse Gdańska Głowa und den
Fluß Szkarpawa in den Zalew Wiślany. Nicht nur auf den Wasserwegen,
sondern auch bei Fahrten mit dem Fahrrad oder dem Auto über das Land
kann man die vielen Klappbrücken (auch Holländerbrücken genannt)
bewundern. Eine davon befindet mitten in der Kreisstadt Nowy Dwór
Gdanski gleich neben dem Gebäude der Landkreisverwaltung.
Einen
Besuch sind auch die größten europäischen Pumpenstationen in
Rybina-Chlodniewo und Oslonka wert. Von den etwa 170.000 Hektar des
Weichseldeltas liegen fast 47.000 Hektar unterhalb des Meeresspiegels.
Mit den Pumpen wird das Wasser aus den Kanälen herausbefördert, so dass
die Region bewohnbar bleibt und die Felder zu bewirtschaften sind. Als
im März 1945 durch den Krieg die Pumpen beschädigt wurden, waren große
Teil des Landstrichs überflutet. Die reichte sogar bis Malbork und
Tczew.
Die Gegend des Landkreises Nowy Dwór Gdański bildet eine
Landschaft, welche als großes Flächennaturdenkmal bezeichnet werden
kann. Durch die Menschen wurde das Land bewohnbar gemacht und es
entstanden besondere Formen der ländlichen Siedlungen, welche zum
Großteil noch aus dem Mittelalter stammen.
Es ist interessant zu
erfahren, dass auf diesem relativ kleinem Gebiet Menschen aus mehreren
Kulturen und Nationen zusammenlebten. Besonders zu erwähnen sind die
Mennoniten, die sich im Weichseldelta ansiedelten. Aus Holland
vertrieben, fanden sie hier eine neue Heimat. Sie bewirtschafteten die
Gebiete, welche unterhalb des Meeresspiegels lagen. Ihre Erfahrungen in
der Melioration nutzend, legten sie die Felder trocken und machten so
eine intensive Landwirtschaft möglich. Dazu bauten sie Dämme und Kanäle,
mit welchen das Wasser abgeleitet wurde. Darin waren sie wahre Meister.
In dieser Zeit entstanden hier auch Windmühlen verschiedener
Bauform. Heute findet man nur noch Überreste von Holländer- und
Bockwindmühlen. Es gibt aber einen Freundeskreis, der die Windmühlen
erhalten und wieder aufbauen möchte.
Von den Mennoniten blieben
heute nur noch deren Spuren erhalten. Die hydrotechnischen Bauwerke, die
typischen Vorlaubenhäuser, Reste der Windmühlen, kleine Kirchen und die
Friedhöfe. Im Landkreis Nowy Dwór Gdański gibt es sogar eine
touristische Route, welche zu den Vorlaubenhäusern aus dem 18. und 19.
Jahrhundert führt.
Dabei kommt man auch an den mennonitischen
Friedhöfen vorbei. Besonders gut erhaltene Häuser, allesamt aus Holz
erbaut, findet man vor allem in den Dörfern Jeziernik, Gniazdowo, Nowa
Cerkiew, Lubiszewo, Orłowo, Marynowy und Żuławki.
Die typische
dörfliche Bebauung im niederländischen Stil ist in den Orten Powale,
Przemysław, Świerznica, Chorążówka, Izbicka und Stobiec noch gut zu
erkennen.
Einen umfassenden Überblick über das Leben im Weichsel-Delta bekommt man im Heimatmuseum von Nowy Dwór Gdański.
Eine
weitere touristische Attraktion des Landkreises ist die
Schmalspur-Eisenbahn, welche in der Sommersaison im Weichsel-Delta von
Sztutowo nach Mikoszewo fährt und von Juli bis September etwa 24.000
Passagiere transportiert.
Für die Zukunft sollen rund um Nowy
Dwór Gdański die touristischen Angebote ausgebaut werden, damit die
Region auch über die typische Sommerurlaubssaison hinaus attraktiv wird.
Zunehmend entstehen in der ländlichen Region Übernachtungsmöglichkeiten
in agrotouristischen Objekten. Hier findet man das ganze Jahr über Ruhe
und Entspannung.
Die Dorfstraßen bieten sich für ausgedehnte
Fahrradtouren an. Mit dem Auto kann man von hier aus Exkursionen nach
Gdańsk (Danzig), Malbork, Frombork, Elblag (Elbing) oder Tczew
unternehmen. Die Kaschubische Schweiz ist in einem Tagesausflug zu
erreichen oder auch der Oberländische Kanal.
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